Mittwoch, 14. Juli 2010

Strattù - Tomaten, Salz und
sizilianische Sonne in einem


Ich hatte bisher nur darüber gelesen und endlich würde ich in diesem Urlaub die Gelegenheit nutzen, mir diese sagenumwobene Paste der sizilianischen Küche zu beschaffen. Sie wird auf sizilianisch Strattù (italienisch 'estratto' = Extrakt) genannt.

Mit geschärftem Blick streife ich über den Markt 'Il Capo' in Palermo und erspähe das, was man als Laie für schnödes Tomatenmark halten könnte in einem Plastikschälchen - Strattù. Ich konnte es mir nicht verkneifen an der nächsten ruhigen Ecke gleich den Finger darin zu versenken und ... unbeschreiblich. Wo Tomatenmark eher bitter schmeckt, entfaltet sich hier ein fruchtiges, süßliches Aroma und man begreift, dass sich die ganze Mühe der Herstellung lohnt. Es gibt jetzt den ganzen Urlaub über Strattù - pur auf Brot oder mit Ricotta gemischt, in der Tomatensoße - ich bin süchtig.

Da der deutsche Sommer in diesem Jahr sizilianische Ausmaße zu erreichen scheint, könnte man versuchen, diese Paste aus den garteneigenen Tomatenüberschüssen herzustellen.

Auf Sizilien wird u strattù auf zwei Arten hergestellt: Entweder werden frische Tomaten eingekocht, passiert, gesalzen und auf Rahmen gestrichen, wo die Paste in der Sonne eintrocknet. Das Verfahren ist hier beschrieben:

Making Strattu   (Englisch)


Strattu (estratto) di pomodoro   (Italienisch)


Oder aber die Tomaten werden erst getrocknet, dann passiert und die Paste in der Sonne getrocket, in schönen Bildern hier zu sehen:

U Strattu   (Italienisch)


Ich auch ein Rezept gefunden, bei dem die Paste im Ofen getrocknet wird, falls der Sommer zwischenzeitlich frühzeitig in den Herbst übergehen sollte:

Essence of Tomato - Strattu, Estratto, Conserva   (Englisch)


Ich habe leider selber noch kein Strattù hergestellt, freue mich deshalb über Rückmeldungen und Anregungen zum Selbermachen.