Sonntag, 24. April 2011

Unbekannte Schmuckstücke am Straßenrand in Sizilien

Die Normannen-Kirche 'Santa Maria di Campogrosso' und die Sarazenen-Brücke 'Ponte Saraceno' bei Altavilla Milicia

Auf dem Weg von Palermo nach Cefalu hatte ich sie aus dem Augenwinkel bereits häufiger gesehen – die Ruine auf dem kleinen Hügel neben der Autobahn bei Altavilla Milicia. Ich wußte aber bis dato nicht, dass es sich um ein beeindruckendes Kirchenrelikt aus der Normannenzeit auf Sizilien handelt, für das man unbedingt einen Zwischenstopp einlegen sollte.

Die Normannen hatten zwischen 1061 und 1189 auf Sizilien die Fäden in der Hand und haben einiges an interessanter Architektur hinterlassen. Diese kleine Kirchenruine Santa Maria di Campogrosso paßt nicht nur routenplanerisch sondern auch thematisch gut zwischen den Normannenpalast in Palermo und den Normannendom in Cefalù.

Die Ruine ist touristisch nicht erschlossen und man kann wahrscheinlich ganz alleine (auf eigene Gefahr) zwischen den überwachsenen Mauerresten auf Entdeckungsreise gehen. Einge Steine weisen noch Markierungszeichen der am Bau beteiligten Steinmetze auf, vielleicht findet ihr sie.

Sizilien-Urlaub - Archäologische Wanderung bei Altavilla Milicia - Die Normannen-Kirche Santa Maria di Campogrosso


Nur wenig entfernt gibt es eine gut erhaltene Steinbrücke, die sogenannte Ponte Saraceno. Wann die Brücke errichtet wurde und ob sie tatsächlich aus der Zeit der arabischen Herrschaft über Sizilien stammt, ist nicht bekannt. Solche Spitzbogenbrücken wurden auf Sizilien auch im Mittelalter errichtet.

Wer es skuril mag, findet sicher Gefallen an dem Zusammentreffen historischer und moderner Architektur, denn die Sarazenenbrücke befindet sich unterhalb der Autobahnbrücke und man kann schöne Kontrastfotos machen.

Da sich diese beiden Bauwerke in der Landschaft verstecken sind sie nicht leicht zu finden. Diese Wegbeschreibungen helfen Euch dabei:

Der Weg zur Kirche Santa Maria di Campogrosso
und zur Ponte Saraceno

Montag, 11. April 2011

Italiener sind anders – oder?


Die meisten von uns haben von Italien und den Italienern bestimmte Bilder im Kopf. Sie gelten als laut und chaotisch, fahren wie die Teufel und die politischen Verhältnisse gleichen des öfteren denen einer Bananenrepublik, um nur ein paar unserer Lieblingsklischees zu nennen.

Stimmt denn das, was wir über die Italiener denken? Der italienische Filmemacher Bruno Bozzetto – der Erfinder von "Signor Rossi" - hat einen wunderbaren, satirischen Kurzfilm zum Thema gedreht, der unsere Ansichten von Italien auf die Spitze treibt. Schaut mal hier:




Aber wie sind sie denn nun wirklich, die Italiener? Um eine Antwort zu finden, empfehle ich eine Reise nach Sizilien. Hier hat man neben reichlich Studienobjekten auch noch das beste Wetter, kann am Strand faulenzen, wandern und mediterrane Kultur geniessen. Als Studienorte bieten sich an: die Bar der Markt und die Pizzeria.

Morgens in der Bar beginnt der sizilianische Alltag bei Espresso und Cornetto. Sucht euch einen guten Platz und beobachtet das Kommen und Gehen am Tresen. Dann raus auf die Strasse und sich am nächsten Gemüsestand oder einem mit frisch geernteten Feldfrüchten beladenen Dreirad unter die Sizilianer gemischt. Hier gibt es die Zutaten der sizilianischen Küche für Kilopreise meist unter einem Euro: Tomaten, Auberginen, Orangen, Erdbeeren, Kirschen oder uns unbekannte Früchte wie Maulbeeren.

Wer in Palermo unterwegs ist, sollte den berühmtesten Markt Siziliens Vucciria im Gassengewirr der Altstadt besuchen. Nach all den Eindrücken unbedingt eine Siesta einlegen, denn zwischen 1 und 4 Uhr Nachmittags liegt das Leben auf Sizilien brach. Magenknurren ignorieren und durchhalten bis 20.00, denn vorher öffnet kein sizilianisches Restaurant.

Besonders in den kleinen dörflichen Pizzerien kann man nun sizilianische Familien mit Kind und Kegel antreffen, denn in Sizilien gehen auch Kleinkinder abends mit zum Essen. Jetzt ist es Zeit, bei einem Glas Wein Bilanz zu ziehen.

Welche Klischees stimmen und welche nicht? Schreibt mir, ich bin gespannt.

Sonntag, 3. April 2011

Olivenöl – das Gold Siziliens


Ich koche gerne und die sizilianische Küche hat es mir besonders angetan – dank Maria Carnevale, der Co-Chefin der Sprachschule Solemar Sicilia. Die von ihr angebotenen Kochkurse sind nicht nur kulinarisch wertvoll, sondern immer auch unterhaltsame Abende mit Blick auf den Golf von Palermo. An diesen Abenden erfährt man aus erster Hand viel über das Leben auf Sizilien.

Zurück in Deutschland hole ich mir über das Nachkochen der Rezepte ein Stück Sizilien-Urlaub in den Alltag und tröste mich so über das Wetter hinweg. Ich hab' mir angewöhnt, beim Einkaufen auf sizilianische Produkte zu achten. Diese Woche lag mein besonderes Augenmerk auf Olivenöl aus Sizilien und bin tatsächlich fündig geworden.

Sizilianischen Küche - Olivenöl ist das Gold Siziliens


"Polifemo" aus den Monti Iblei bei Ragusa (gekauft auf dem örtlichen Markt am Olivenstand) "Valli Trapanesi" aus der Terre Moresche bei Trapani (Karstadt Feinkost) Bioolivenöl von der Firma Byodo, das aus einer Mischung von Oliven aus Apulien, Sizilien und Kalabrien gepreßt wurde (Bioladen).

Mein Tipp: statt Chips reiche man auf flachen Tellern verschiedene Sorten Olivenöl (mit und ohne gemahlene Peperoncini) sowie frisches Brot zum Eintunken. Wie sagt man auf Sizilien: "leccatevi i baffi" - leckt euch den Bart!