Samstag, 28. Juli 2012

Mückenschutz – Mythen und Wahrheiten


Gleich vorweg – die meisten Theorien rund um das, was Mücken fernhalten soll, stimmen leider nicht. Es hilft kein Knoblauch, kein ätherisches Öl, kein Ultraschall und Menschen mit "süßem Blut" haben auch nichts zu befürchten.

Was Mücken wirklich anzieht ist das, was wir leider nicht verhindern können: unser Körpergeruch, diese spezielle Mischung aus Milch-und Fettsäuren, die wir trotz Duschen und Cremen abgeben und gerade die nachtaktiven Arten – unsere Stechmücken – fliegen auch auf das Kohlendioxid, das wir ausatmen. Deshalb schwirren uns die Viecher auch zielgerecht vor dem Gesicht herum, wenn wir schlafen wollen.


Moskitonetz in einer Ferienwohnung von Solemar Sicilia


Jetzt habe ich in der neusten "Zeit Wissen"-Ausgabe gelesen, dass es den Verdacht gibt, Menschen mit Alkohol im Blut seien für Mücken anziehend, man ist gerade am forschen (an Probanden herrscht übrigens kein Mangel). Liebe Mücken, ich lasse mir das abendliche Glas Wein unterm Sternenhimmel nicht vermiesen!

Ich setze auf das, was nachweislich hilft und das könnt ihr nachlesen in meinem "Sizilien verstehen"-Artikel zum Thema "Mückenschutz". Lauschige Sommernächte wünsche ich euch, mein Glas Nero d'Avola ist schon eingeschenkt. Salute!

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Donnerstag, 26. Juli 2012

Sizilianische Sommerwanderung im Schatten – der Wald von Ficuzza


Das kurze Regen-Gastspiel auf Sizilien ist vorbei und es ist wieder wunderbar sonnig. Natürlich steht Baden auf dem Programm oder im Schatten vor einer Bar eine Granita löffeln. Wem doch nach ein wenig Bewegung ist, dem empfehle ich jetzt im Sommer eine Wanderung durch die schattenspendenden Wälder des Bosco della Ficuzza.

Befestigte Wege führen über ca. 300 Höhenmeter durch das ausgedehnte Naturschutzgebiet, das früher einmal dem Bourbonenkönig Ferdinand IV (1751 – 1825) als Jagdrevier diente. Der König setzte sich zur Jagd übrigens einfach auf seinen in einen Felsen geschlagenen Hochsitz, dem "Pulpito del Re", und ließ sich das Wild vor die Flinte treiben. An der Lichtung, auf der diese steinerne "Kanzel des Königs" heute noch steht, kommt man auf der Wanderung vorbei. Das Jagdschloss "Casina Reale di Caccia" existiert ebenfalls noch, es werden Führungen angeboten.

Sizilien - Jagdschloß in Ficuzza


Während der Wanderungen begegnet man immer wieder durch die Wälder streifenden Kühen, mit großer Glocke um den Hals und noch im Besitz ihrer Hörner, die konventionell gehaltenen Kühen meist entfernt werden. Den mangels Weiden relativ wenigen Kühen auf Sizilien geht es also recht gut – ein Grund mehr, beim Einkauf auf sizilianische Milchprodukte zu achten und damit diese Art der Tierhaltung zu unterstützen.

Sizilien - Kuh im Bosco della Ficuzza


Wen diese leichte Wanderung nicht auslastet, der sollte sich die Rocca Busambra vornehmen, deren steile Felswand man vom Ficuzza aus immer wieder im Blick hat. Der Aufstieg geht meist durch schattenloses Gelände, ist also besser für Frühling und Herbst angesagt und auch nur für geübte und orientierungssichere Wanderer geeignet. Aber der Lohn der Aufstiegs ist der Blick über ganz viel Sizilien, vielleicht sogar bis zum Ätna!

Sizilien - Der Rocca Busambra


Eine Beschreibung dieser und vieler anderer Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade gibt es im Wanderführer Sizilien von Peter Amann und auf der Seite von 'Ferien in Sizilien'.

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Donnerstag, 5. Juli 2012

Der Papst rief – und die Normannen eroberten Sizilien


Um 1071 hatte der Normanne Robert Guiscard seinen mit Papst Nikolaus II abgesprochenen Deal erfüllt – die arabische Eroberung Siziliens war Geschichte, Byzanz hatte auch nichts mehr zu melden und der Vatikan bekam die Lehenshoheit über Sizilien zurück - dafür durften die Normannen unter Roger I, dem Bruder Robert Guiscards, die weltliche Herrschaft übernehmen.

Wie bei allen Eroberungen ging es auch hier blutig zu, aber nach einer gewissen Zeit stellten sich die normannischen Herren als für damalige Zeiten erstaunlich tolerant heraus. Die Normannen gewährten Freiheiten und nutzten die Kenntnisse der einheimischen arabischen, jüdischen, griechisch-orthodoxen und lateinisch-christlichen Bevölkerung in Sachen Verwaltung und kulturellen Fähigkeiten. Für uns heute besonders eindrucksvoll ist die Verschmelzung von arabischer, byzantinischer und normannischer Baukunst, wie wir sie in Palermo aber auch in Cefalù bewundern können.

Wer vor der normannischen Kathedrale von Cefalu steht, der kann das Mittelalter spüren. Dieser um 1131 errichtete trutzige, schnörkellose Bau beeindruckt noch heute und hat sicherlich der damaligen Bevölkerung deutlich gezeigt, wer auf Sizilien jetzt am Ruder ist. Auf der Piazza Duomo kan man wunderbar sitzen und über die Glockentürme hinweg zur Rocca, dem Hausberg von Cefalù, hinaufschauen – eine sagenhafte Kulisse.

Sizilien - Cefalù - Der Dom von oben


In Palermo gibt es einige Bauwerke, denen man die Zusammenarbeit von normannischen und arabischen Baumeistern heute noch ansieht, weil sie im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert wurden. Mitten in Palermo begegnet man den roten arabischen Kuppeln der Kirche San Giovanni degli Eremiti, die 1132 vom Normannenkönig Roger II in Auftrag gegeben wurde.

Sizilien - Palermo - Die Kirche San Giovanni degli Eremiti


Die schönste Gemeinschaftsarbeit, nicht nur architektonisch sondern auch funktionell ist das "Castello della Zisa" in Palermo. Dieses als Sommerfrische für erhitzte Normannenkönige dienende Stadtschloss nutzte die Erfahrung, die die Araber mit der Kühlung von Gebäuden hatten. Erreicht wurde diese durch Brunnen, fließendes Wasser und eine Innenarchitektur, die Luftbewegung ermöglichte. Das Castello beherbergt heute das Museum für Islamische Kunst – schaut mal hier in meinem Blog, dort habe ich bereits über die Zisa und ein weiteres arabisch-normannisches Castello "La Cuba" berichtet.

Sizilien - Palermo - Das Castello della Cuba.


Es gibt aber auch weniger auffällige Zeugen der normannischen Vergangenheit auf Sizilien – an der Autobahn zwischen Palermo und Cefalú kann man auf Höhe von Altavilla Milicia eine Kirchenruine aus der Normannenzeit sehen - Santa Maria di Campogrosso.

Sizilien - Altavilla Milicia - Die Ruine der normannischen Kirche Santa Maria di Campogrosso

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