Dienstag, 26. Februar 2013

Auf der Baustelle der Antike in Selinunte

Selinunte – eines der größte archäologischen Ausgrabungsgebiete Europas, das ist die nackte Zahl. Aber wie schön es ist, dort in den alten antiken Tempelruinen herumzuwandern, das kann man natürlich nur live erleben. Ich hatte das große Glück bei meinem Besuch im Januar eine Schafherde durch die alten Steine begleiten zu dürfen – dabei sind wunderbare Bilder entstanden.

 

Schafherde vor antiker Kulisse
Schafherde vor antiker Kulisse

 

Eine Ziege hat sich unter die Schafe gemischt und zeigt keinen Respekt vor dem Menschenwerk
Eine Ziege hat sich unter die Schafe gemischt
und zeigt keinen Respekt vor dem Menschenwerk

 

Wenn man die riesigen Säulentrommeln ansieht fragt man sich, wie Mensch diese vor über 2500 Jahren aus dem Felsen geschlagen hat. Davon gibt es wenige Kilometer von Selinunte einen Eindruck – auf der Baustelle des Tempeldroms, der "Cave di Cusa".

Hier wurden die runden Bauklötze aus dem anstehenden Fels herausgearbeitet. Verlassen wurde die Steinproduktion fluchtartig, als die Punier kamen – wenn man vor den halbfertigen Rotunden steht kann man förmlich sehen, wie die Steinmetze den Meißel fallen ließen und das Weite suchten.

Überall auf dem Gelände liegen Säulenteile, bereit zum Abtransport und noch ohne die typischen Rillen. Diese wurden erst nach Aufbau des Tempels eingearbeitet, auch um die Übergänge zwischen den einzelnen Trommeln zu verdecken.

 

Säulentrommeln in Vorbereitung – dann kamen die Punier
Säulentrommeln in Vorbereitung – dann kamen die Punier

 

Selinunte ist neben Segesta und dem Tal der Tempel bei Agrigento einer der Hotspots des antiken Griechenlands auf Sizilien. Daneben gibt es aber auch kleinere, feine Ausgrabungsstätten wie Solunto, wo die Grundmauern und Straßenstruktur einer kompletten Stadt zu sehen sind. Was mir besonders gefällt und sich natürlich aus strategischen Gründen erklärt – alle diese Stätten haben Meerblick!

 

Von den Rängen des Amphitheaters in Segesta hat man diesen fantastischen Blick
Von den Rängen des Amphitheaters in Segesta hat man diesen fantastischen Blick

 

Hättet ihr´s gewusst: Sizilien hat mehr gut erhaltene Griechentempel als Griechenland, unglaublich.

 

Der Concordiatempel in Agrigento gehört zu den am besten erhaltenen griechischen Tempeln der Welt
Der Concordiatempel in Agrigento gehört zu den am besten erhaltenen griechischen Tempeln der Welt

 

Ja und dann fand ich dieses – kein Zweifel: ein havariertes Ufo – wir sind nicht allein!

 

Hallo Logbuch, habe miesen Parkplatz erwischt – einfach zu viele Steiiiiiiine
Hallo Logbuch, habe miesen Parkplatz erwischt – einfach zu viele Steiiiiiiine

 

Den Ausflug in die griechische Antike könnt ihr prima von diesen Urlaubsorten aus starten: