Sonntag, 30. Juni 2013

Klettern auf Sizilien


Ich gebe zu, vom heutigen Blogthema verstehe ich nichts – es geht um das Besteigen steiler Felswände, ein für mich faszinierender Mut- und Kraftakt – schlicht als "Klettern" bezeichnet. Aber ich möchte euch trotz meiner fehlenden praktischen Kenntnisse Sizilien als Kletterparadies näher bringen, denn die Sonneninsel hat drei Vorteile: viele kletter­geeignete Felswände, ein Klima, das den Sport auch im Winter ermöglicht und natürlich die Schönheit der Insel – eine solche Kombination aus Natur und Kultur findet man selten.

Sizilien - Die normannische Burg auf dem Felsen von Erice
Felsen gibt es genug auf Sizilien – und dazu auch noch Sonne!

Ach ja, und viertens die sizilianische Küche nicht zu vergessen. Aber ich weiche ab – es soll ums Klettern gehen. Dazu habe ich mal im Netz gestöbert.

Der Bergzeit-Blog schwärmt vom Klettern am Hausberg von Palermo, dem Monte Pellegrino. Durch die Nähe zu der pulsierenden Stadt kann man nach dem Klettertrip noch Bars besuchen oder sich der Kultur hingeben. Zu Letzterem findet ihr hier praktische Tipps.

Monte Pellegrino - Der Hausberg von Palermo
Der Monte Pellegrino und zu seinen Füßen der Hafen von Palermo

Als schönste Kletter-Location gilt San Vito Lo Capo an der Westküste – hier wird mit Meerblick geklettert und anschließend geht es zur Erholung an den Sandstrand.

Sizilien - Strand und kristallklares Wasser
Nach der Tour an den Strand und abkühlen

Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, der sollte mal bei Kletterführer.net schauen, dort werden drei Kletterführer für die Insel vorgestellt.

Familienfreundlich hoch hinauf in die Baumwipfeln klettern kann man in den Madonien. In diesem Naturpark im Hinterland von Cefalù gibt es einen Abenteuerpark mit Seilgarten – hier gibt es ein Video dazu.

Ihr seid mit Steigungen unter 90° zufrieden und möchtet einfach nur wandern? Dann findet ihr auf Sizilien Routen aller Schwierigkeitsgrade. Meine Lieblingswanderwege sind die mit Meerblick – eine besonders schöne Verbindung gehen Himmel, Erde und Wasser im Natur­schutz­gebiet Lo Zingaro an der Westküste Siziliens ein. Drei verschiedene Wanderpfade mit unterschiedlichen Höhenprofilen führen durch den Naturpark – und man kann sogar in wirklich traumhaften Buchten baden.

Badebucht im Naturschutzgebiet 'Lo Zingaro'
Badebucht im Naturschutzgebiet Lo Zingaro

Den Ausflug für Klettertouren könnt ihr prima von diesen Urlaubsorten aus starten:



Samstag, 22. Juni 2013

Erice – hoch oben im Nebelland


Erice zeigt sich nicht jedem! Gerne zieht es den Vorhang zu und verhüllt sich in Nebelschwaden. Der Berg, auf dem die Stadt sich bis zu 750 Metern hinauf streckt, bekommt den Stoff vom nahen Meer geliefert und dann kann man in den engen Gassen nur noch an der Wand tastend voran gehen.

Aufsteigende Nebelschwaden – ziehen sie vorbei?
Aufsteigende Nebelschwaden – ziehen sie vorbei?

Wenn aber die Schleier die Stadt nicht erreichen, ist Erice der Ort auf Sizilien, der die Medaille für Platz 1 "Der schönste Ausblick Siziliens" umgehängt bekommt.

Blick von Erice auf Trapani
Erice-Weitblick – zu Füßen Trapanis mit seinen vielfarbigen Salzgärten und die scheinbar schwebenden ägadischen Inseln Favignana, Levanzo und Marettimo.

Wie so viele Orte auf Sizilien reichen die Wurzeln der Stadt weit zurück, im Falle Erices sogar bis in die vorgriechische Zeit, bis zu den Elymern, die die Stadt als "Eryx" gründeten.

Dann folgen die für die sizilianische Geschichte typischen zahllosen Personalwechsel – von den Puniern über die Römer zu den Normannen, die der Stadt die heute noch dort aufragende Burg spendeten. Hierhin ließ es sich prima zurückziehen, denn der Berg wollte erst mal von ungeladenen Gästen erklommen werden.

Die heutigen Besucher haben es deutlich leichter – von Trapani führt eine Seilbahn nach Erice.

Seilbahn von Trapani nach Erice
Schwebender Aufstieg nach Erice

Erice präsentiert sich in den Farben der umgebenden Felsen – Häuser in mediterranen Farben sieht man kaum, die grau-braunen, grobsteinigen Gebäude stehen mittelalterlich dicht beieinander. Durch die Hauptstraßen paßt gerade ein Auto (glücklicherweise ist der Ort verkehrsberuhigt) und in den Nebengassen wird es ganz kuschelig.

Treppe in Erice
Erice – ein faszinierendes Pflaster

Mittelalterliche Gasse in Erice
Erices – so stellt man sich mittelalterliche Gassen vor

Erice ist in seiner Schroffheit faszinierend, als wollten fehlende Farbe und aufsteigende Nebel immer noch Invasoren abhalten. Zum Castello hin wird es offen und weitblickend – und hier gibt es eine Bar mit Ausblick.

Erice - Bar mit Ausblick

Kleines Details am Rande: Physiker kennen Erice vielleicht, denn hier finden hochkarätige Sommerkurse in theoretischer Physik statt, initiiert vom bekannten, streitbaren italienischen Physiker Antonino Zichichi aus Trapani.

Den Ausflug nach Erice könnt ihr prima von diesen Urlaubsorten aus starten: