Sonntag, 8. September 2013

Stille Orte auf Sizilien
Teil 1: Die Madonien – hörbare Stille und weiter Blick


In meinem letzten Blogpost habe ich vom sizilianischen Alltag berichtet und empfohlen, sich mitten hinein zu begeben und dieses als besondere Urlaubserfahrung auszukosten. Aber jeder braucht irgendwann mal eine Pause vom Trubel. Hierzu starte ich heute eine kleine Serie und präsentiere euch Orte der Stille auf Sizilien.

Ich beginne mit einem Naturpark, der sich im Norden Siziliens im Hinterland von Cefalù auf einer Fläche von 40.000ha und mit dem Pizzo Carbonara auf 1912m Höhe erstreckt – das Madonien-Gebirge. Auf einer Rundreise führe ich euch zu kleinen Bergdörfern, kreisenden Raubvögeln und fantastischen Aussichten.

Das Eintrittstor zu den Madonien ist Gratteri und ich halte zum ersten Fernblick am Rande des Ortes. Der nach einem sizilianischen Heimat­dichter benannte Aussichtspunkt Battaglia öffnet sich in Richtung Meer.

Meerwärts – der Blick vom Aussichtspunkt "Battaglia"
Meerwärts – der Blick vom Aussichtspunkt "Battaglia"

Gratteri – Bergdorf mit aktiver Einwohnerschaft und eigenem TV-Kanal im Internet
Gratteri – Bergdorf mit aktiver Einwohnerschaft und eigenem TV-Kanal im Internet

Gratteri ist – wie die meisten Orte in den Madonien - geradezu liebevoll gepflegt – für mich ein Zeichen der eigenen Wertschätzung und ein "Benvenuti" für Besucher der Sonneninsel.

Weiter geht es ins Herz der Madonien – Piano Zucchi mit seinen Eichenwäldern und umgeben von den Gipfeln des Naturparks.

Piano Zucchi
Piano Zucchi

In den Madonien kann man einige Besonderheiten der sizilianischen Flora und Fauna finden. Berühmt sind die letzten Exemplare der Nebrodi-Tanne oder eine nur hier vorkommende Unterart des Apollofalters. Über 90 Schmetterlingsarten gibt es und man wird ständig von einigen Vertre­tern umflattert – das Fotografieren ist eine echte Herausforderung.

Hab dich erwischt, Braunauge
Hab dich erwischt, Braunauge

Nun geht es zu einem besonders schönen Naturerlebnis – Birdwatching am Piano Farina. Hier steht man wie auf einer Terrasse und blickt 200m in die Tiefe. Aus der Schlucht erhebt sich ein markanter Felsen, bewohnt von einem ornithologischen Schatz – dem Steinadler.

Der Beobachtungsstand am Piano Farina
Der Beobachtungsstand am Piano Farina

Jetzt kommen wir zu meinem Lieblings-Bergdorf: Sclafani Bagni. Der Name deutet schon darauf hin, hier gab es früher ein Heilbad, die heiße Quelle und das alte Badehaus befinden sich unterhalb des Dorfes. Das Auto lässt man vor den Toren des Ortes stehen - die kleinen steilen Gassen lassen keinen Autoverkehr zu und somit kann man auch hier die Stille und vor allem die Aussicht genießen.

Sclafani Bagni – malerischer geht’s kaum
Sclafani Bagni – malerischer geht’s kaum

Ihr möchtet gerne die Madonien-Stille hören – dann drück mal diesen Knopf:

video


Wer sich für eine Rundfahrt durch die Madonien interessiert, findet eine ausführliche Beschreibung mit Karte und weiteren Informationen zu den Orten unter
Ausflug in die Madonien